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Abenteuerliches Foto-Shooting in einer alten Garage

Es ging darum, ein Badambiente in ungewöhnlicher Location zu schaffen, das den Geschmack eines vornehmlich männlichen Publikums trifft, das seine Ideale jenseits der normierten Regeln und typisch weiblicher Detailverliebtheit angesiedelt sieht. Wunschtraum oder realistische Option: Das „Männer-Bad in Schwarz“ in einer alten Garage, die mit ihren unverputzten Wänden, Stahltüren und vergitterten Fenstern aussah, als könnte sie genauso gut als Lager oder Werkstatt wie als abgelegenes „Safe House“ genutzt werden, erforderte nur ein bisschen Fantasie und luxuriöse Accessoires (wie etwa ein Sofa von Arper, eine Leuchte von Pulpo oder einen Teppich von Jan Kath) – und schon stand da ein Badezimmer, das aussah wie der extravagante Rückzugsort in einem Agentenfilm.

Das Model spielte mit und untersuchte kritisch sein Gesicht auf möglicherweise davongetragene Schrammen; es saß sinnierend auf dem Badewannenrand und durchsuchte den Inhalt des Koffertürenschranks auf belebende Flüssigkeiten; und gab sich ganz allgemein den Anschein, als sei ein Luxus-Bad in einem Kölner Hinterhof das Normalste auf der Welt – zumindest im Leben eines Abenteurers. Auf Schritt und Tritt verfolgt von der Linse des Fotografen und des Kameramanns, der die Szenerie für einen Video-Clip nutzte, und dem ständig hinter ihm her polierenden und den Teppich geraderückenden Stylisten mimte er den zeitlosen Helden, der nach einer aufregenden Nacht seine Wunden leckt und sich seines Anzugs entledigt, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen.

Fast schade, dass beim Stichwort „Action“ weder Kampfszenen noch vor Spannung knisternde Naheinstellungen abgespult wurden. Statt Kugeln durch die Luft flogen lediglich ein paar Sektgläser vom Waschtisch, und so musste unser Mann des Tages für den Video-Clip keine Wunden nähen, sondern nur die Schrammen eines zerschlagenen Sektglases auf der „selbstheilenden“ Konsolenplatte ausbügeln. Und zwar wortwörtlich. Denn als Liebhaber guter Drinks, Musik und Kunst (sowie anderer Annehmlichkeiten) schätzt der Mann von Welt auch in dieser rauen Umgebung eine geschmackvolle Ausstattung (ohne Kratzer auf dem Hochglanz-Mobiliar), die ihm größten Komfort bietet.

Badmöbel: burgbad
Art Direction: Frank A. Reinhardt (far.consulting)
Styling: Alexander Schneider
Fotos und Video: Christoph Meinschäfer



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