Baumpflanzaktionen fortgesetzt

Baumpflanzaktion von burgbad im Sauerland 2026
Wir bleiben dran: In schwierigem Gelände rund ums Quellgebiet der Henne half das burgbad-Team dabei, junge Bergahorne für den Zukunftswald zu setzen. Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie
22. Juni 2026

Zum wiederholten Mal engagieren wir uns mit einer Baumpflanzaktion bei der Wiederaufforstung eines „Käferlochs“ im Schmallenberger Stadtwald. Warum der Wald bei der Anpassung an den Klimawandel Hilfe braucht.

Dem Wald im Sauerland ist der Klimawandel anzusehen: Kahle Hänge und die noch nicht gänzlich beseitigten Gerippe abgestorbener Fichten machen die Herausforderungen deutlich, vor denen Deutschland steht. Weniger sichtbar, weil zeitverzögert und nur an der Kronendichte abzulesen, sind laut Waldzustandsbericht 2025 aber auch viele Laubbäume vom Klimawandel betroffen. Das gilt auch für Eichen und Buchen. Obwohl die Kronenverlichtung 2025 etwas zurückgegangen ist, weist die Reihe der seit über 40 Jahren erhobenen Waldzustandsberichte doch einen konstanten Abwärtstrend auf. Insgesamt gilt nur noch jeder fünfte Baum als gesund.

Eine Sisyphos-Aufgabe, so scheint es. Doch ist es wirklich notwendig, dass der Mensch hier eingreift? Die aufgrund des Fichtensterbens 2018 bis 2020 entstandenen Störbilder verschwinden zunehmend in der öffentlichen Wahrnehmung. Man hat andere Probleme. Da, wo der Fingerhut purpurn blüht und Lichtungen sich mit frischem Birkengrün füllen, freuen sich die Wanderer. Doch haben die Stimmen Recht, die sagen: Die Natur hilft sich selbst – man sollte sie besser in Ruhe lassen?

Jetzt Artenvielfalt fördern für den Zukunftswald

Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe, die unsere Unterstützung braucht. Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie

Nicht ganz, sagt Förster Christian Bröker. „Natürlich wächst der Wald auch durch Naturverjüngung wieder auf. Doch ohne Kulturmaßnahmen wachsen hier vor allem die Fichten nach. Wenn man die Flächen sich selbst überlässt, ist die Gefahr von Monokulturen größer.“ Forstfachleute und Wissenschaft fürchten, dass die angepassten Folgekulturen dann zu lange brauchen, um mit der Geschwindigkeit des Klimawandels Schritt zu halten.

„Wir versuchen hier, mit der Natur zu arbeiten, nicht gegen sie. Wir übermulchen die Kalamitätsflächen nicht einfach, sondern integrieren zusätzlich neue Baumarten“, erläutert der Revierleiter der Stadt Schmallenberg weiter. Dabei gilt es auch das Höhenprofil zu berücksichtigen, um mit dem jeweils zu erwartenden Mikroklima einen artgerechten Standort zu finden. „Wir müssen aus der Vergangenheit lernen. Im Sauerland werden wir die Fichte irgendwann wohl nur noch in kleinen Vorkommen auf den höchsten Lagen sehen“, prognostiziert Bröker.

burgbad hilft, Bergahorn anzusiedeln

Baumpflanzaktion 2026, burgbad
Teamarbeit: In diesem April unterstützten Mitarbeitende von burgbad das Team um Revierleiter Christian Bröker (ganz rechts) bei der Pflanzung von 500 Bergahorn-Setzlingen. Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie

Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe ohne schnell sichtbare Erfolge. Aber es lohnt sich, dranzubleiben! Mit diesem Gefühl beendete das burgbad-Team rund um CEO Stefan Sallandt Mitte April seine inzwischen vierte Pflanzaktion, bei der dieses Mal rund 500 junge Bäume – hauptsächlich Bergahorn – gesetzt wurden. Die als besonders robust und anpassungsfähig geltende Baumart soll die im Schmallenberger Stadtwald neu entstehenden Kulturen u.a. von Rotbuche, Roteiche und Küstentanne ergänzen. Hier wächst ein Mischwald aus mosaikartig kombinierten Baumfamilien heran, der durch die bereits natürlich wieder hochkommenden Ebereschen und Fichten ergänzt wird.

In schwierigem und steilem Gelände, aber bei herrlichem Wetter halfen elf Mitarbeitende von burgbad mit Spaten und sackweise gespendeten Setzlingen den Forstarbeitern bei der Wiederaufforstung eines Abschnitts rund um das geschützte Quellgebiet der Henne. Die noch kleinen Bergahorne müssen anschließend regelmäßig mit einem auf Schafswollfett-Basis produzierten Vergrämungsmittel gegen Wildverbiss geschützt werden, bis die sogenannten Terminalknospen außer Reichweite der Rehe sind.

Erste Pflanzaktion 2021: Messbarer Erfolg nach fünf Jahren

burgbad-CEO Stefan Sallandt neben einer 2021 gepflanzten Lärche
Die bei unserer ersten Baumpflanzaktion 2021 gesetzten Lärchen sind mittlerweile größer als unser CEO Stefan Sallandt. Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie

Einen kleinen Eindruck von dem künftigen Bild „ihres“ Waldes konnten die Pflanzhelfer beim Besuch ihrer ersten, vor 5 Jahren angelegten Kultur gewinnen: Nur ein kleines Stück oberhalb des jetzigen Einsatzgebiets stehen die bei der Baumpflanzaktion 2021 liebevoll in die Erde gebrachten Weißtannen und Roteichen im Schutz wild wachsender Ginsterbüsche, Ebereschen und Birken. Bis Weißtannen und Roteichen so richtig in Schwung kommen, stechen hier noch die zum selben Zeitpunkt gesetzten, aber schneller wachsenden Lärchen mit ihrem frischen Grün hervor. Die jungen Bäume integrieren sich in die Beiflora und Naturverjüngung, die von den Facharbeitern in 10 bis 15 Jahren nur dort zurückgenommen werden soll, wo sie die gewünschte Mischkultur zu stark dominieren würden.

CEO Stefan Sallandt steht zusammen mit Konstantin Müller, Head of Sustainability Management von burgbad, zwischen eben jenen Lärchen, bei deren Pflanzung er vor fünf Jahren geholfen hatte. Inzwischen sind sie schon größer als er. „Wer mit Holz arbeitet, trägt Verantwortung für den Umgang mit diesem Rohstoff“, findet Sallandt. „Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist entscheidend, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig ökonomische und ökologische Interessen in Einklang zu bringen.“ Konstantin Müller ergänzt: „Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder sorgen wir auch für nachhaltige Lieferketten. Sie sind der beste Schutz vor dem unkontrollierten Kahlschlag der Urwälder weltweit.“

Langfristige Kooperationen zum Wohle der Region

„Nachhaltigkeit erfordert nun mal einen langen Atem. Wir müssen also dranbleiben“, findet Nachhaltigkeitsmanager Konstantin Müller. Daher wollen wir mit unseren Baumpflanzaktionen dem Wald etwas zurückgeben. Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie

Das Ziehen von Setzlingen aus den selbst geernteten Baumsamen, die Anlage und Pflege neuer Kulturen, das Monitoring, der immer wichtiger werdende Brandschutz und eine entsprechende Instandsetzung der Waldwege: Aufforstung und Waldpflege kosten Zeit und Geld. „All das braucht Unterstützung. Nachhaltigkeit erfordert nun mal einen langen Atem. Wir müssen also dranbleiben“, erklärt Müller. Der Wald hat für alle eine existenzielle Bedeutung, etwa als CO2-Speicher und Klimapuffer, für die Trinkwasserversorgung, als Holzlieferant, zum Schutz vor den Auswirkungen von Starkregenereignissen und nicht zuletzt als Erholungsgebiet für die Menschen in der Region.

Auch wenn es uns im Monatsdurchschnitt kaum auffällt: Das größte Problem beim Klimawandel ist der Verlust des Mittelmaßes. Es seien vor allem die zunehmenden Stressphasen, die dem Wald am meisten zu schaffen machen, erläutert Bröker. Die extremen Ausschläge – Dürrephasen im Sommer wie im Winter, Früh- wie Spätfröste – kann ein nicht intakter Wald nicht gut abfedern. Die Kronen sind der Motor des Baums, je dichter sie sind, desto mehr Energie und Wasser kann er aufnehmen. Die von Waldbesuchern oft mit Unverständnis betrachteten Durchforstungen würden den gesunden Bestand stabilisieren.

Bunt gemischter Zukunftswald

Förster Christian Bröker, Revierleiter im Stadtwald Schmallenberg, bei der Einweisung von CEO Stefan Sallandt (links) und Nachhaltigkeitsmanager Konstantin Müller (rechts). Foto: Christoph Meinschäfer Fotografie

„Unser Ziel ist ein naturnaher, bunt gemischter Zukunftswald, in dem sich diejenigen Baumfamilien durchsetzen können, die dem Klimawandel am besten standhalten“, erklärt Förster Christian Bröker. Das verringere das Risiko, aufs falsche Pferd zu setzen. Wenn man nicht genau vorhersehen kann, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, sei – vergleichbar mit dem Finanzmarkt – Diversifizierung die beste Zukunftsvorsorge.

Dazu braucht es nicht nur die Unterstützung durch engagierte Unternehmen wie burgbad, sondern auch koordinierte Strategien von Forstwirtschaft, Brandschutz und Jagd sowie waldpädagogische Aufklärung möglichst breiter Gesellschaftsgruppen. Auch die Unterstützung und Beratung der vielen kleinen Privatwald-Besitzer durch die Landesforstämter und Informationsportale wie waldinfo.nrw.de sind wichtig, da diese rund 60 Prozent des Waldbestands in Nordrhein-Westfalen verwalten. „Der Klimawandel erfasst uns jetzt mit Gewalt, und wir müssen schauen, dass wir das Beste daraus machen und für die Zukunft besser aufgestellt sind“, lautet Christian Brökers abschließender Appell.

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