Drei Fragen an Designer Patrick Frey

20. August 2025

Der Designer Patrick Frey hat für burgbad drei sehr erfolgreiche Badmöbelkollektionen entwickelt: Vry, Fiumo und Fiumo 2.0. Alle Kollektionen sind Teil unserer Lieblingsbad-Linie sys10. Sie sind ein Paradebeispiel für Funktionalität und schlichtes Design und bestechen durch praktische Details wie individuell bestückbare Relingsysteme. Bei aller Geradlinigkeit haben sie doch immer auch dezent dekorative Elemente, deren formale Sprache uns die Produktfunktionen intuitiv erschließen lässt. Wie etwa die sanft eingeformten Griffmulden und der weich gerundete Alurahmen mit frei anzubringenden Zusatzelementen bei Vry. Oder die horizontalen 3D-Plisseefronten und geriffelten Holzpaneele mit adaptierbaren Halterungen bei Fiumo, aktuell variiert mit vertikal strukturiertem Linienrelief bei Fiumo 2.0. Im Interview spricht der Designer drüber, was gutes Bad-Design ausmacht.

Kollektiion Vry von burgbad. Design: Patrick Frey
burgbad | sys10 | Vry

Patrick Freys Designs und unsere Fertigungskompetenz erschließen Badgestaltern eine große Bandbreite an individuellen Arrangements, in uni, mit Holzdekor und/oder bicolor, in Thermoform, Mineralguss, Keramik, Accessoires. Dabei bleiben seine Kollektionen leicht zugänglich, verständlich, persönlich.

Bei allem Pragmatismus haben Freys Entwürfe immer etwas Überraschendes. Das mögen wir. Und letztlich alle, die sich Badmöbel wünschen, die variabel, cool und praktisch sind. Der in Seoul (Südkorea) geborene Designer gründete 2007 das Patrick Frey Studio for Design in Hannover. Gleich im ersten Jahr erhielt er den höchstdotierten Preis für Nachwuchsdesigner, den Lucky Strike Junior Designer Award. Er arbeitet unter anderem für Firmen wie Nils Holger Moormann, Freifrau Manufaktur, Bree, Authentics, Richard Lampert, Elmar Flötotto oder Vial.

Designer Patrick Frey
Foto: Patrick Frey

Patrick, inwiefern unterscheidet sich deine Herangehensweise beim Designen von Badmöbeln von an deren Produktbereichen, insbesondere des Interior Designs?

Badmöbeldesign hat mich schon immer gereizt, gerade weil der Spielraum enger ist. Du hast es mit Feuchtigkeit, Wärme, Dampf zu tun – das stellt andere Anforderungen an Materialien und Konstruktion. Diese Beschränkungen zwingen dich zu präziserem Arbeiten. Was mich besonders fasziniert: Ein Badezimmer ist kein Ort für schnelle Trends. Die Möbel dort begleiten Menschen über Jahrzehnte. Es ist ein sehr persönlicher, intimer Raum – der erste am Morgen, oft der letzte am Abend. Das prägt, wie ich an die Gestaltung herangehe. Ich sehe Badmöbel fast wie kleine architektonische Interventionen: Sie strukturieren Abläufe, schaffen Atmosphäre, müssen aber unaufdringlich funktionieren.

Was war deine Idee für das Design von Fiumo 2.0, deiner jüngsten Arbeit für burgbad?

burgbad | sys10 | Fiumo 2.0

Mich reizen beim Gestalten Gegensätze – sie erzeugen Spannung und machen Dinge lebendig. Auch bei Fiumo 2.0 ging es um so einen Kontrast: um das Spiel zwischen Oberfläche und Tiefe, zwischen glatten und strukturierten Flächen, zwischen feinen Details und einem robusten Gesamtcharakter.

Die Kollektion bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld – sie wirkt kraftvoll, aber nicht wuchtig. Fein, aber nicht filigran. Mir war wichtig, dass sie nicht beliebig aussieht, sondern eine Haltung zeigt – gleichzeitig funktional bleibt und im Alltag angenehm zurückhaltend wirkt. Genau in diesem Gleichgewicht sehe ich die Stärke von Fiumo 2.0.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für dich als Designer – und wie lässt sich das mit burgbad umsetzen?

burgbad | sys10 | Fiumo

Für mich beginnt Nachhaltigkeit mit der Grundfrage: Braucht es dieses Produkt überhaupt? Und wenn ja – wie gestalte ich es so, dass es lange Bestand hat, funktional und formal?

Ein gutes Produkt rechtfertigt sich auch nach zehn Jahren noch. Diese Haltung teile ich mit burgbad. Was ich an der Zusammenarbeit mit burgbad schätze: Dort denkt man Nachhaltigkeit systemisch. Es geht nicht nur um recyclingfähige Materialien, sondern auch um modulare Konstruktionen, einfache Montage und Demontage, klare Trennung der Werkstoffe, kurze Wege in der Logistik. Das ist nichts Aufgesetztes – sondern Teil des Prozesses. Und genau so sollte es auch sein.

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